Bei Schnee und Nebel durch die Berge
Acht Grafschafter meistern in einer Woche den Berliner
Höhenweg
Mayrhofen/Nordhorn/gn – Die Tourengruppe
des Deutschen (DAV) Alpenvereins, Sektion Osnabrück, hat in
diesem Jahr den Berliner Höhenweg in den Zillertaler Alpen
erwandert. Es war bereits die fünfte gemeinsame Tour der
bergsportbegeisterten Grafschafter. Der Berliner Höhenweg
führt in Höhen von 1800 bis 3100 Metern in Tagesetappen von
fünf bis zehn Stunden von Hütte zu Hütte.
Treffpunkt für die acht Wanderer war
Finkenberg bei Mayrhofen. Über den Hermann-Hecht-Weg ging es
hinauf zur Gamshütte auf 1921 Meter. Schon das erste
Teilstück zum Friesenberghaus (2498 Meter) war mit neun
Stunden Gehzeit eine echte Herausforderung an die Kondition
der Teilnehmer. Nicht nur hier waren volle Aufmerksamkeit
und Trittsicherheit geboten, denn der Berliner Höhenweg ist
oft nur ein schmaler Pfad durch steile Grashänge,
latschenbesetzten Fels und fast wegloses Blockwerk.
Am
dritten Tag ging es zunächst bergab bis zum
Schlegeisspeicher auf 1800 Meter Höhe. Nach sieben
Kilometern im Tal führte der Weg wieder bergauf zum 2293
Meter hoch gelegenen Furtschaglhaus. Das nächste Etappenziel
sollte die Berliner Hütte sein. Doch machten 50 Zentimeter
Neuschnee und dichter Nebel die Überquerung der Schönbichler
Scharte (3060 Meter) unmöglich. Die Gruppe kehrte in einer
Höhe von 2900 Metern um.
Der zweite Versuch glückte: Bei strahlend
blauem Himmel ging es am nächsten Tag in nur zweieinhalb
Stunden hinauf bis zur jetzt gut sichtbaren Schönbichler
Scharte. Von der benachbarten Bergspitze, dem Schönbichler
Horn in 3133 Meter Höhe, erlebten die acht Grafschafter die
frisch verschneite Gletscherwelt der Zillertaler Bergriesen.
Der Abstieg im Schnee forderte wieder höchste
Aufmerksamkeit. Steil und ausgesetzt ging es zum Teil
seilversichert hinab. An einigen schmalen mit sulzigem
Schnee bedeckten Graten, legten die Bergwanderer
vorsichtshalber ein Fixseil.
Nach acht Stunden einschließlich
großzügiger Pausen und eines weiteren kurzen Aufstiegs
erreichte die Gruppe schließlich die Berliner Hütte auf 2042
Metern. Mit über 180 Betten ist sie mit anderen DAV-Hütten
nicht zu vergleichen. Wand- und Deckenvertäfelungen aus
Holz, riesige Kronleuchter und mit Läufern ausgelegte
Treppenaufgänge und Flure lassen auf den ersten Blick eher
ein Berghotel vermuten. Das sonnige Wetter am nächsten Tag
erleichterte den Abschied von der komfortablen Hütte.
Mit zügigen Schritten ging es durch das
Feldkar hinauf zum Schwarzsee in 2472 Meter Höhe. Die
höchste Stelle an diesem Tag war die Mörchnerscharte in 2872
Metern Höhe. Durch die Mörchnerklamm und über endlos
scheinenden Kehren führte der Weg 1000 Meter hinab bis zum
Talboden der Floite und auf der anderen Seite in steilen
Kehren wieder hinauf zur Greizer Hütte auf 2227 Meter, dem
vorletzten Etappenziel.
Der vorletzte Tag erschien vielen nach
all den Erlebnissen bergsteigerisch einfach: Ging es doch
von der Hütte lediglich 500 Meter hinauf zur Lapenscharte
(2701 Meter) und danach über das Lapen-, Löffel- und Eiskar
auf die andere Seite des Tals zur Kasseler Hütte (2177
Meter). Die herrliche Terrasse und Nachmittagssonne mit
wunderbarer Aussicht auf den Großen Löffler (3379 Meter) und
die Tribbachspitze (3267 Meter) überzeugte die Gruppe, die
einwöchige Wanderung hier abzuschließen.
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